Montag, 23. April 2018

Hitzefalle Auto!

Immer wieder sterben Kleintiere - auch Ratten - durch fahrlässige Halter oder Fahrer an Überhitzung im Auto.

Der Klassiker sind kurze Fahrtunterbrechungen für kleine Besorgungen. Aber auch Transporte in unklimatisierten Fahrzeugen (Auto, Bahn) können zur Todesfalle werden!
Bitte lasst keine Tiere allein im Auto zurück! Fahrt direkt und ohne Unterbrechung zu euren Zielorten. Meidet Fahrten in der Mittagshitze, wenn euch kein klimatisiertes Fahrzeug zur Verfügung steht. Sorgt für Kühlmöglichkeiten (Kühlakkus im Handtuch), wenn es gar nicht anders geht (z.B. für TA-Besuche).

Montag, 16. April 2018

Die Mega-Quarantäne

Wir laborieren immer noch an unserem erzgebirgischen Großnotfall. Die Befunde der Sammelkotproben, die uns aus unserem Labor zuflatterten, waren niederschmetternd. Es wurden Giardien gefunden, sowie in Teilen auch Fadenwürmer. D.h. über 30 Tieren - fast 40 - muss in zwei Durchgängen eine Paste verabreicht werden, die an Dichtmasse für Nasszellen erinnert. Vor allem geruchlich.

Das macht allen Beteiligten sehr viel Spaß, hauptsächlich den Tieren - vom erwachsenen Bock bis zum kleinen Rattenkind -  denen es ins Mäulchen gezwungen werden muss, weil freiwillig das Zeug niemand anrührt.

Wir mussten alle Gruppen auf verschiedene Pflegestellen verteilen, damit die Behandlungs- und Reinigungszeiten im Rahmen bleiben und das Privatleben nicht vollends sprengen. Normalerweise fungiert Monique als Erstaufnahme - hier werden alle Tiere untersucht, ggf. behandelt, und erst dann werden sie auf die Pflegestellen verteilt. Das ging diesmal so nicht.

Einige Behandlungen konnten schon gestartet werden, bei den Gruppen mit den Jüngsten können wir erst dann beginnen, wenn die Geschlechtertrennung erfolgt. Insgesamt wird sich das von Anfang bis Ende Mai ziehen - dann stehen erneute Sammelkotproben an. Sollte wieder etwas gefunden werden, wiederholt sich das Ganze....

Glück im Unglück: wir haben Pflegestellen, die bereits erwachsene und junge Nasen fest bei sich aufnehmen. Auch eine Aufnehmerin von 4 Jungs besteht darauf, die gesamte Behandlung inkl. nachfolgender Testung selbst durchzuführen. Das heißt, die Vermittlung ist nicht auf Eis gelegt, sondern mehr als die Hälfte hat schon ein festes Zuhause.



Zur Erklärung:
Fast alle Ratten haben Giardien - so die Erfahrung von Rattennothilfen, die  hereinkommende Tiere untersuchen lassen. Fast keine Ratten jedoch reagieren mit sichtbaren Krankheitssymptomen wie Durchfall. Die Notrattenhilfe Bielefeld u.U. hat das dazu bewogen, nur noch bei Symptomen auf Giardien zu testen.
Dem können wir uns anschließen. Wir selbst schicken von allen draußen gefundenen Tieren, aus schlechter Haltung kommenden Tieren sowie aufgrund von Symptomen Sammelkotproben ins Labor. Abgefragt werden Bakterien, Parasiten und Salmonellen.
Einen schön entspannten Artikel hat Rückert auf seinem Tierarztblog veröffentlicht: Giardien bei Hund, Katze und Mensch: Auf dem Weg zur Weltherrschaft?



Sonntag, 1. April 2018

Frohe Ostern!

Wir wünschen allen unseren Unterstützern, unseren Pflegestellen, Spendern und Gute-Laune-Machern sowie einfach allen Ratten und Rattenfreunden schöne Feiertage und fröhliche Ostern!

Mittwoch, 28. Februar 2018

Glück auf! Neues vom Großnotfall

Unsere Mädels und Jungs befinden sich noch in Quarantäne, ihnen geht es aber soweit sehr gut. 6 der 8 Weibchen wurden gestern und heute mit Alizin behandelt, um eine evtl. vorliegende Trächtigkeit zu stoppen. Die zwei älteren Mädels (Black Hooded und Grey Husky) sind sichtbar trächtig und bei ihnen kommt jedes Alizin zu spät - sie werden also werfen.

Ein Teil der Mädels entspannt sich auf dem Häuschen

Bei den Jungtieren kam es zu keinen Todesfällen, sogar die jüngsten scheinen sich recht gut behaupten zu können und zeigen ihre Milchbäuchlein.





Sowohl per Paypal als auch Amazon sind bereits zahlreiche Spenden für das (noch) doppelte Dutzend eingegangen. Wir freuen uns riesig über eure Unterstützung! :)



Ein Teil der Sachspenden, die wir über unsere Amazon-Wunschliste erhalten haben. Die Liste war mal wieder innerhalb weniger Stunden leergefegt - ihr seid die Besten! <3


Montag, 26. Februar 2018

Notfalleinsatz im Erzgebirge

Nach einem ziemlich ruhigen Jahresanfang hatten wir gestern unseren ersten Großnotfalleinsatz. Ein Pärchen aus dem Erzgebirge hat sich bei Monique gemeldet, deren Rattenhaltung aus den Fugen geraten ist. Ursprünglich zwei Geschlechter in zwei Käfigen, musste die Halterin einen geliehenen Käfig abgeben und setzte kurzerhand alle zusammen. Damit nahm das Unglück seinen Lauf.

Monique klemmte sich ans Telefon, um zunächst vor-Ort-Hilfe zu organisieren. Ämter und Tierheime in der Region waren aber leider überhaupt keine Hilfe. Es gab keine andere Lösung, als alle Tiere - etwa ein dutzend erwachsene Männchen und Weibchen sowie die gleiche Anzahl an Welpen - nach Leipzig zu holen. Wir baten in unserer Facebook-Gruppe um Unterstützung und - weil wir die beste Community der Welt haben - innerhalb eines halben Tages hatten wir mit Fahrer und Pflegestellen und zahlreichen weiteren Hilfsangeboten alles soweit organisiert, dass wir gestern ins Erzgebirge düsen konnten.

Wir fanden in einem kleinen Käfig, einzig mit einem Holzhaus ausgestattet, 8 erwachsene Rattenweibchen und 4 erwachsene Rattenböcke vor. Daneben noch 12 Jungtiere, die entsprechend ihrer Entwicklung aus mindestens 3 Würfen stammen mussten. Aufgrund der schlechten Haltungsbedingungen müssen bereits etliche von ihnen verstorben sein. Alle 8 Weibchen sind vermutlich wieder trächtig - der Handlungsdruck hier einzugreifen war also beträchtlich. Wir konnten alle Tiere mitnehmen, da die Besitzerin die Rattenhaltung mit diesem Abschlussdrama beendet.


Alle Nasen befinden sich zunächst in nur zwei Pflegestellen. Die Verteilung erfolgt bei den Weibchen diese Woche und wird sich mit drohenden neuen Würfen noch fortsetzen.
Tagesaktuelle Berichte bekommt ihr bei uns in der Facebook-Gruppe, aber auch hier im Blog werden wir euch in größeren Abständen über alles auf dem Laufenden halten.

Weibchen und Jungtiere in ihrer Transportbox auf dem Rückweg nach Leipzig

Hier sind mind. 3 Jungtierwürfe erkennbar

Die Jungs in ihrer Transportbox auf dem Rückweg nach Leipzig

Zwei Weibchen in ihrer Quarantänebox

Zwei Weibchen in ihrer Quarantänebox

Freitag, 26. Januar 2018

Heute: Rattenstammtisch und Fayol'chen packt ihre Köfferchen

Heute Abend findet wieder unser Rattenstammtisch statt, zu dem wir jeden Interessierten herzlich einladen. Wir haben schon zahlreiche Zusagen per Facebook und mündlich erhalten und wir freuen uns sehr, dass es heute wieder richtig richtig voll wird!

Bei der Gelegenheit bekommen wir auch lieben Besuch aus Thüringen, der unser Fayol'chen mit nimmt. Unsere Ärztin hat sie als gesund in die Vermittlung "entlassen" und es hat auch nicht lange gedauert, bis sich jemand für sie gemeldet hat. Wir freuen uns riesig, dass diese unglaubliche Geschichte so ein schönes Ende gefunden hat.
Fayola darf sich auf ein Mädelsrudel und ein eigenes Rattenzimmer freuen - nur das Beste für unsere "Champagner-Prinzessin" von der Straße <3


Sonntag, 31. Dezember 2017

Der Jahresrückblick 2017

Das Jahr 2017 war für unsere Ratten-Nothilfe ein wirklich aufregendes und auch erfolgreiches Jahr und heute an Silvester wird es wieder Zeit für einen kleinen Rückblick.
 

2017 haben wir 85 Tiere in unseren Pflegestellen aufgenommen, medizinisch versorgt und in neue schöne Zuhause vermitteln können.

Von den 85 Ratten waren 50 Nasen (ca. 60 %) männlich. Zwischenzeitlich haben wir überlegt, ob wir uns nicht in Rattenböckchen-Nothilfe umbenennen sollten^^. Bei 8 Jungs entschieden wir uns für eine Kastration, da sie aufgrund ihrer vorherigen Haltung und durch hormonelle Probleme entsozialisiert waren. Immerhin 42 konnten wir aber als Vollböcke vermitteln - das freut uns sehr :)

Leider haben wir auch drei Todesfälle zu verzeichnen...

Tabelle: Vermittlungsstatistik Ratten-Nothilfe Leipzig 2017


Uns interessiert natürlich auch, wohin wir unsere Nasen vermittelt haben. Dabei unterscheiden wir nach "Verbleib in Pflegestellen" und nach "Neu-" und "Stammkunden". (Wir sehen uns nicht als Verkäufer und unsere Aufnehmer auch nicht als Kunden, aber die ursprünglich etwas flapsige Bezeichnung ist in den Aufzeichnungen mangels griffiger Alternativen einfach geblieben...). Stammkunden sind dabei Halter, die bereits einmal Tiere von uns aufgenommen haben.
Nahezu die Hälfte unserer Vermittlungstiere ging demnach an Stammkunden. Die Beziehung zu unseren Adoptanten ist uns immer sehr wichtig und wir freuen uns sehr, wenn erneut Tiere aus unserer Nothilfe aufgenommen werden. Natürlich freuen wir uns auch sehr über jedes neue Gesicht und ca. 32 % unserer Schützlingen gingen an für uns 9 neue Aufnehmer.
Schließlich gingen oder blieben 15 Tiere an oder bei Pflegestellen - wir müssen ja schließlich auch irgendwie für unseren Rudelnachschub sorgen, und wenn man so an der Quelle sitzt...^^

Soviel zu den nackten Zahlen. Dahinter stecken natürlich mind. 85 Schicksale und mehr.
Hier kommen nun mit vielen Bildern die Ups und Downs unseres Jahres 2017.

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Mit hohem Ekelfaktor suchten wir im März in einem Mietnomaden-Messi-Haushalt nach einem Rattenjungen, auf den die Entrümpelungsfirma aufmerksam wurde. Ende gut, alles gut - begrüßt Biederman, der nun bei Chemnitz lebt.
Auf der Suche nach einem Rattenjungen in einer von Mietnomaden verlassenen Wohnung.

Da ist er, der süße Schatz - Biederman, nun als B. bekannt und geliebt :)


Im Juni fand eine Rattenhalterin vor ihrer Haustüre zwei ausgesetzten Würmchen, wovon eines sehr schwer verletzt war und nicht lang überlebte. Der verbliebene Rattenjunge Romeo entwickelte sich prächtig!
Die zwei kleinen Würmchen wurden vor der Tür einer Rattenhalterin abgelegt.

Eines war schwer verletzt und verstarb wenig später.

Der verbliebene Romeo wurde gepäppelt....

....und hat sich prächtig entwickelt.


Der Rattenfänger-Fail ist sicher unsere größte Niederlage in diesem Jahr. Es gelang uns mit mehreren Vor-Ort-Einsätzen nicht, den kleinen Rattenjungen im Sommer in Sicherheit zu bringen. Ein Schicksal, welches in unserer Statistik nicht auftaucht....



In Borsdorf ist eine Rattenhaltung ausgeufert. Wir konnten viele Tiere im Mai sichern und halten bis heute engen Kontakt mit dem Veterinäramt. Diesem und dem zuständigen Betreuer gelingt jedoch keine Beendigung der Tierhaltung...
2 Muttertiere und 20 Jungtiere


Der Horrorfall der Müchelner Vermehrerauflösung mit 14 Tieren wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Ein Mädchen mussten wir einschläfern lassen, ansonsten gab es Würmer, Schiefköpfchen, Tumore, Atemwegserkrankungen, Ekzeme... 
Die gezeigten Lebensumstände erforderten schnelles Handeln.
14 Tiere bei der Erstuntersuchung
Die Mädelsgruppe, nur noch zu viert, aber nun wieder fit, lebt nun in Chemnitz.



Am Kulkwitzer See wurde im Oktober ein Rattenmädchen ausgesetzt.Dieses Jahr war irgendwie das Jahr der weggeworfenen Tiere.... :(
Der Karton, in dem die kleine Maus ausgesetzt wurde.

Sie konnte schnell zu Monique in die Pflegestelle gebracht werden.



Im November kam schließlich Fayola zu uns, die in Brandis ausgesetzt wurde. Sie war schwer krank und anfänglich hatten wir wenig Hoffnung. Eine Kieferverletzung und eine schwere Zahnfehlstellung machten ihr sehr zu schaffen, aber nun ist alles verheilt. Sie und ihre unfassbare Geschichte ist sicher auch der Star in unserer Facebook-Gruppe, in der alle mitgefiebert haben. Fayola ist wieder gesund und derzeit unsere einzige Pflegenase und wird in unserer neuen Bestandszählung die Nummer 1 für 2018 sein.
Ein Foto der Finderin in der Innenstadt von Brandis.
Ein Abszess hat sich geöffnet.
Der Vorher-Nachher-Vergleich - Fayola bei ihrer Aufnahme und vor einigen Tagen (Beide Bilder aus Videos).
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Neben der konkreten Rattenhilfe und -pflege waren wir auch sonst gewohnt aktiv. So hatten wir zwei tolle Infostände bei Tierheimfesten in Halle und Leipzig. Unsere monatlichen Stammtische erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Und selbstverständlich waren wir auch wieder bei Rattenhaltern vor Ort, haben zu Integrationen und Zähmungen beraten. Darüber hinaus haben wir Privathaltern sowie bei einem Großnotfall im Städtischen Tierheim in Halle Vermittlungshilfe gegeben.



Es war ein wirklich aufregendes Jahr und wir möchten ganz ganz herzlich unseren Pflegestellen, Päpplern, Fahrern und spontanen-Helfern-in-der-Not für ihren liebevollen Einsatz danken!

Großer Dank geht auch an unsere Adoptanten, Geldspender und Futterspender -  ihr habt uns bei der Pflege und Vermittlung unserer Schützlinge großartig unterstützt! 

Wir freuen uns auf 2018!