Mittwoch, 31. Mai 2017

Da kommt was...

Wir haben diese Woche 24 Ratten von einem überforderten Halter geholt. Wir stehen in guter Verbindung mit dem zuständigen Vet-Amt und dieses ist auch weiterhin involviert.

Derzeit sitzen alle Nasen in Quarantäne. Sie bekommen - bei den Jungtieren nach Möglichkeit - eine Parasitenbehandelung. Die Aufstellung ist wie folgt:

Jungs
2 x erwachsen > werden kastriert (1 x Black Hooded, 1 x Grey Huskie), Alter unbekannt
13 x Jungtiere ( 4 x Creme Hooded, 4 x Black Hooded, 4 x Grey Huskie, 1 x Creme Huskie m. roten Augen, ca. 4 Wochen alt)

Mädels
2 x erwachsen > Schwangerschaftsquarantäne (1 x Grey Huskie, 1 x Beige/ Creme Hooded), Alter unbekannt
7 x Jungtiere (1 x Creme Hooded, 4 x Black Hooded, 1 x Grey Huskie, 1 x Creme Huskie m. roten Augen)

Die beiden Muttertiere sind möglicherweise trächtig.
Die erwachsenen Männchen haben untereinander erhebliche Konflikte und werden nächste Woche kastriert.

Sobald sich die Nasen in den jeweiligen Pflegestellen eingelebt haben, erfolgt eine genaue Aufstellung mit zahlreichen Fotos auf unserer Homepage. Anfragen/Reservierungen sind bereits möglich. Aktuelle Infos und viel mehr Bilder und Videos findest du in unserer Facebook-Gruppe "Ratten-Nothilfe Leipzig" (nur für FB-Mitglieder).

2 Muttertiere und insg. 20 Jungtiere

Sonntag, 28. Mai 2017

Rattenfänger von Leipzig

Derzeit versuchen wir uns wieder als Rattenfänger - bisher leider mit äußerst mäßigem Erfolg.

In einem Kleinstädtchen nahe Leipzig wurde ein Rattenjunge unter einem Container entdeckt. Bisherige Einfangversuche mit Lebenfallen schlugen leider fehl. Bei unserem letzten Vor-Ort-Besuch haben wir uns das Umfeld genau angeschaut, um den notwendigen Materialbedarf für eine Absperrung einzuschätzen. Vorgesehen ist,  zwei der Glascontainer mit Stangen und Bettlaken abzugrenzen. Der Container-Dienst wird die Behälter dann anheben. Rattenjunge einsammeln. Fertig. ....hoffentlich!

Hier ein Bild von dem vorsichtigen Kerlchen. Seine Ortswahl unter einem Container ist natürlich  mehr als unsinnig, aber von Haustieren kann man auch kaum mehr erwarten. Er hat einfach keine Ahnung, wo und wie ein Rattenbau angelegt werden sollte, um sich vor allen klimatischen und sonstigen Witterungseinflüssen zu schützen.Momentan hat er einfach nur Glück, dass es so warm ist. Wir sind dennoch sehr beunruhigt und hoffen, nächste Woche endlich erfolgreich zu sein.


Sonntag, 14. Mai 2017

Kurzes Update

Huhu,

unsere Blogger-Ambitionen sind ja wirklich nicht besonders ausgeprägt - eigentlich wollten wir hier viel mehr über unsere Arbeit berichten. Aber solche Texte wollen ja auch getippt werden...

Naja, wir bemühen uns :)

Falls ihr nicht immer auf Verdacht hierherklicken möchtet, könnt ihr auch auf der rechten Seite eure e-Mail eintragen. Ihr werdet dann über neue Einträge informiert. Das ist ein Feature von blogger.com und hat nichts mit unserer Homepage/unserem Webspaceanbieter zu tun.
Wir sehen die Adressen übrigens nicht und bekommen auch keine Infos darüber, ob und wieviele diese Benachrichtigung in Anspruch nehmen. (Die Datenschutzbedingungen könnt ihr euch durchlesen, nachdem ihr auf "Submit" geklickt habt und bevor ihr die Sicherheitsabfrage beantwortet.)

Mit Stand heute haben wir nur noch zwei Bärchen in unserer Pflegestelle, von dem einer aber morgen auszieht und der andere schon eine Aufnehmerin hat.

Seit Anfang 2017 konnten wir 28 Ratten in unseren Pflegestellen aufnehmen, versorgen und vermitteln. Es hat sich dabei überwiegend um nicht einfache Tiere gehandelt, die nicht sehr zahm waren, alt oder große OPs benötigten - Tiere also, die wir nicht gerade als "Selbstläufer" bezeichnen (falls es soetwas überhaupt gibt). Und die nächsten stehen schon in den Startlöchern und ziehen morgen in die Pflegestelle.

Das Tolle: keiner saß wirklich lange in unserer Vermittlung. Teilweise konnte ich die Anzeigen garnicht auf die HP setzen, weil nach Vorab-Info in unserer Facebook-Gruppe die Tiere sofort Interessenten hatten. Das ist auch bei den nächsten zwei Jungs so, die am Montag eintrudeln.

Falls ihr also Ratten sucht, sprecht uns einfach an - wir suchen gerne für euch :)

Was bisher geschah^^:

Nachkontrollen können so lecker sein! :)

Kalli, Veranstaltungsleiter unserer monatlicher Rattenstammtische <3


Einsatz in einer total vermüllten Wohnung  von Miet-Nomaden, die eine Ratte zurückgelassen haben. Die Suche gestaltete sich schwierig. Das ängstliche Näschen konnte aber hinter einer Heizung aufgespürt werden.

Das ist der kleine Rattenjunge, den wir aus der Messi-Wohnung holen konnten.
Als Molly bei uns ankam, wurde sie sofort weiter zur Tumor-OP gegeben. Hier ein Foto von ihrer Nachkontrolle. 

Montag, 2. Januar 2017

Bilanz 2016

Nachdem wir im letzten Jahr aufgrund von Pflegestellenausfällen quasi lahmgelegt wurden (27 Ratten aufgenommen / 23 Ratten vermittelt), haben wir uns 2016 wieder fast unserem alten Umfang genähert (2013: 71 Aufnahmen / 64 Vermittlungen; 2014: 56 Aufnahmen / 54 Vermittlungen).

Wir  haben 3 Nasen aus 2015 übernommen, dann in diesem Jahr 61 Ratten in unseren Pflegestellen aufgenommen. 46 konnten wir vermitteln, 4 verstarben, 14 haben wir mit nach 2017 genommen.

Das Männlein/Weiblein-Verhältnis ist mit 30 Mädels und 31 Jungs sehr ausgeglichen.

Nur wenig Tiere verblieben in den Pflegestellen. 17 (37 %) konnten wir an neue Interessenten vermitteln. 25 (54 %) haben wir an Halter vermittelt, die schon einmal von uns Tiere aufgenommen haben.

Ratten-Nothilfe Leipzig 2016

Hinter den ganzen Zahlen steckt natürlich viel viel mehr. Dieses Jahr war aus mehreren Gründen ganz besonders schön für uns. So konnten wir zum Beispiel einige echt harte Nüsschen vermitteln - schwer integrierbare und nicht unbedingt gut gelaunte Einzeltiere, die normalerweise lange in der Vermittlung bleiben oder gar am Ende unvermittelbar sind.

Dann haben wir das erste Mal einen eigenen Stand beim Tag der offenen Tür des Tierheimes Leipzig gehabt, der wirklich ganz wunderbar angenommen wurde :)

"Rattenstand" beim Tag der offenen Tür im TH Leipzig am 28. August

Neu in diesem Jahr war die Häufigkeit von Wildrattenaufnahmen in unserem Umfeld und bundesweit. Da nun immer weniger Menschen achtlos an verletzten oder schutzbedürftigen Tieren vorbei gehen, kommen im Vergleich zu früher auch vermehrt Wildratten - vor allem Jungtiere - in die Heimtier-Nothilfen. Bei uns hielt sich das Aufkommen noch im Rahmen, wir hatten nur ein Wildrattenmädchen im Mai, welches von Mischelle und Oli liebevoll gepflegt und gepäppelt wurde (vielen Dank! Ihr zwei seid die Besten :) ). Die kleine Maus hat das Herz unserer ganzen Facebook-Community im Sturm erobert und konnte am Ende gut in ein Farbrattenrudel vermittelt werden. Einen Tag vor Weihnachten gab es den nächsten Wildrattennotfall, so dass wir in diesem Monat wieder wilde Rattenkinder - diesmal 4 - in der Vermittlung haben.

"Mausi", unser Wildrattenmädchen

Ganz besonders gefreut hat uns in diesem Jahr, dass wir zwei neue ganz tolle Pflegestellen für uns gewinnen konnten :) Juliane und Ines sind uns nicht nur sehr ans Herz gewachsen, sie haben auch viel Herz im Umgang mit Ratten mitgebracht. Sie pflegen Notnäschen und machen aus scheuen Tieren Knuddelmonster, laden Fremde zu Probekuschelrunden ein und lassen sich in ihrer Rattenwahl auch nicht von großen vermeintlichen Rüpeln abschrecken^^ Vielen vielen Dank euch zweien! Ohne euch hätten wir das in diesem Jahr so nicht stemmen können :)

Nicht zuletzt hatten wir in diesem Jahr viele ganz wunderbare Aufnehmer und Spender (Futter, Ausstattung, Geld für TA-Kosten). Ihr seid die Basis für unsere Arbeit - wir sind euch sehr sehr dankbar :)

Wir freuen uns auf 2017 - liebe Grüße!
Monique und Katharina

Sonntag, 1. Januar 2017

Sonntag, 20. November 2016

Nothilfe in Schönefeld

Letzte Woche hat eine junge Frau in der Rattenvermittlungs-Gruppe von Facebook einen Hilferuf abgesetzt:
"Ein Freund von mir hat dieses Rattenmädchen aus einer schlechten Haltung geholt. Sie heißt Absinth ist ca ein halbes Jahr alt aber deutlich Unterernährt und klein. Er sagt aber sie sei agil und Neugierig und vollkommen handzahm.
Er hat leider nicht nachgedacht und hat die Katze die in seiner wg wohnt völlig vergessen und hat nun den Käfig auf den Balkon gestellt.
Er sagte mir es sei winddicht aber alle die in Leipzig wohnen, wissen das es unter Null Grad sind.
Gibt es jemanden in Leipzig oder nähere Umgebung der bereit wäre die kleine zu nehmen?"
Foto wurde dem Hilferuf hinzugefügt

Das ist natürlich erstmal ein Schock für die Leser. Sie wurde sofort auf unsere Gruppe verwiesen, wo sie den Hilferuf erneut einstellte.

Leider konnten wir zunächst nicht in Erfahrung bringen, ob die Maus die Nacht tatsächlich im Freien verbringen musste. Wichtig in solchen Situationen, wo die Lage für das Tier augenscheinlich extrem kritisch ist und man den Halter nicht einschätzen kann ist - nicht zu diskutieren.  Das kann dazu führen, dass der Kontakt abgebrochen wird, was in diesem Fall wirklich alles andere als Gut für die Maus wäre.

Ganz allgemein ist die Kommunikation in sozialen Netzwerken rund um Tiere quasi immer ein Tanz auf dem Vulkan. Da die meisten Nutzer keine Diskussionsfähigkeiten besitzen ("Rede- und Gegenrede" wird in der Schule offenbar nicht mehr ausreichend geübt), werden schon sachlich vorgebrachte Hinweise als persönliche Beleidigung gewertet. Gruppen werden dann verlassen oder Beiträge gelöscht.
Das Hinweisen auf Missstände war und ist aber - vor allem im realen Leben - ein wichtiges soziales Korrektiv. Das funktioniert allerdings nur in Gruppen, in denen einen Bindung oder eine gewisse soziale Abhängigkeit herrscht. Nach der Familie wären Dorfgemeinschaften so ein klassisches Beispiel. "Stadtluft mach frei" spielt übrigens auch auf den Umstand an, weniger soziale Abhängigkeiten in der "sozialen Anonymität" einer Stadt zu haben, was als mehr Freiheit genossen wird.
Soziale Netzwerke setzten der Stadt noch eins drauf: hier kennt man sich nicht nur nicht, hier sieht man den Gegenüber auch nicht. Das ist der Grund, weshalb der Ton hier oft weitaus rauer ist, als bei persönlichen Gesprächen unter Fremden. Diese "Freiheit" sich zu benehmen wie die "Axt im Wald" (also seinen Gefühlen und Meinungen freien und durch niemanden beschränkten Ausdruck zu verleihen), ist allerdings fatal in jeder Beziehung und Wissensinhalte werden nicht mehr aufgenommen....

Ich schweife ab und ihr wollt eigentlich nur wissen, was aus der Maus geworden ist? Nachdem wir Kontakt zu dem Halter herstellen konnten - was ca. 3 Stunden dauerte - haben wir die Maus innerhalb von 15 Minuten abgeholt :)
Sie verbrachte die Nacht nicht draussen, wurde aber tagsüber wohl zeitweise auf dem Balkon gehalten.

Sie ist tatsächlich eine sehr liebe und süsse Maus - ihr findet ihren Vermittlungsbeitrag unter der Nummer 23_2016 :)






Sonntag, 6. November 2016

Integrationshilfe in Leipzig


Integrationshilfe in Leipzig

Die Ratten-Nothilfe Leipzig nimmt nicht nur Ratten in Not auf und vermittelt diese. Informationen zur Rattenhaltung, "Probekuscheln", allgemeine Beratung und auch ganz konkrete Hilfestellungen bei Verhaltensproblemen sind für uns ein ebenso wichtiger Teil unserer Arbeit. Vielleicht ist dieser Aspekt sogar noch wichtiger, denn wir verstehen ihn - neben der Hilfe für Ratten - auch als "Prävention". Tatsächlich ist es so, dass gerade männliche Ratten häufig in der Nothilfe landen, weil Integrationen nicht funktionierten. Wir würden uns sehr wünschen, dass wir bei Verhaltensproblemen mit Ratten häufiger und rechtzeitiger kontaktiert werden würden, um mögliche Abgaben aus Unwissenheit zu vermeiden. Wir kennen uns nämlich wirklich gut mit Ratten aus :) 

Das oben gezeigte Foto habe ich während einer Integrationsberatung in dieser Woche gemacht (eine von zweien). Die zwei Binchen sollen in ein bestehendes Rudel von fünf Jungs integriert werden. Meine Aufgabe besteht zunächst darin, Rattenverhalten zu erklären - was machen sie und warum? Für Halter besonders anschaulich - bzw. "anhörlich" - ist es, wenn ich mittels Ultraschallkonverter sog. "Distress-Calls/Rufe", die wir nicht hören können, hörbar mache. Was von außen für einige noch relativ "friedlich" aussieht, wird so als eindeutige starke Stresssituation für die Tiere deutlich gemacht. Das hilft, Integrationen vorsichtig und schonend durchzuführen.
Im Anschluss gebe ich dann Steuerungsmöglichkeiten, um das Rattenverhalten zu beeinflussen und - nach Möglichkeit - in die gewünschte Richtung zu lenken. Da das meist ziemlich viel "Stoff" ist, bleibt es natürlich nicht bei einem einmaligen Besuch, sondern über WhatsApp oder den FB-Messenger wird sich über den weiteren Intiverlauf ausgetauscht.

WhatsApp oder der FB-Messenger* sind übrigens eine hervorragende Möglichkeit, auch dann Hilfestellung zu geben, wenn der Halter in einer anderen Stadt oder Region lebt, denn wir selbst leisten Vor-Ort-Beratungen nur in Leipzig. Anhand von Videos lässt sich aber auch viel erläutern.
Die oben gezeigten Binchen kommen übrigens von uns, wir helfen aber natürlich auch, wenn es sich bei den Nasen nicht um "unsere" Schützlinge handelt.



*Nachrichtenanfragen/Erstkontakte zeigt FB leider nur mit einer winzigen Zahl im Unterpunkt "Nachrichtenanfrage" an. Das wird leider oft übersehen, so dass wir bitten, bei Nachrichtenanfragen den jeweiligen RNLer auch in einem Beitrag zu "taggen". Die sicherste Kontaktaufnahme bleibt die gute alte E-Mail :)